28 verlangt, denn eine ſolche hätte es nimmer bringen können. Bleibt ja immer rechtſchaffen, Kinder! und wandelt nicht die Wege der Gottloſen, damit ihr uns nicht vor der Zeit in die Grube ſtürzt.“
„Bete und arbeite! lautet mein Spruch“— ſprach Jackel.„Wer darnach handelt, an dem wagt ſich der Ver⸗ ſucher nicht. Bete und arbeite! ſage ich nochmals.“
Hier machte der kleine Hinz, welcher das väterliche Ge⸗ heiß— bete!— auf ſich bezog, ein ziemlich ſaueres Ge⸗ ſicht, weil er ſich noch nicht ganz ſatt im Grütze gegeſſen hatte. Dennoch legte er ſeinen Löffel hin, faltete die Hände und betete:
„Wir loben dich und ſagen Dank, D Vater dir, für Speiſ' und Trank.
Du wolleſt, fromm zu leben, Uns deine Gnade geben.“
„So war es eigentlich nicht gemeint, mein Junge!“ lächelte Jackel über des Kindes Mißverſtändniß—„und wenn du noch hungerig biſt, magſt du in Gottes Namen eſſen, ſelbſt nachdem du dein Gebet geſprochen haſt. Doch nicht nur eſſen und beten ſollſt du, ſondern auch arbeiten lernen trotz deiner Jugend. Und wenn du nichts weiter machſt, wie Fichten⸗ und Tannenzapfen aufleſen oder die Steine auf den Wieſen zuſammentragen.“
Nachdem die einfache Mahlzeit beendigt war, ſetzte ſich Jackel noch einige Stunden an ſeine Arbeit nieder, bis er endlich ſich wieder erhob, um ein Bündel fertiger Holzſchuhe nach Münſter hinabzutragen. Darauf hatten Veronel und Jürgele bereits mit Sehnſucht gewartet und kaum war der


