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Stern, Stab und Pfeife / von Gustav Nieritz
Entstehung
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in dem Jungen geſucht, der oftmals hier neben mir auf dieſer Bank geſeſſen und ſeinen Löffel in unſere Schüſſel getaucht hat!“

„Die arme Näther⸗Chriſte!“ ſprach Frau Jackel be⸗

17.

dauernd—„wie mag erſt ihr zu Muthe geweſen ſein

„Sie ſtand“— erzählte Veronel—„als wir aus der Schule kamen, vor ihrem Hauſe und hielt ſich mit beiden Händen an der Thürpfoſte angeklammert. Ihr Jammern drang bis zu uns auf den Weg herüber.“

„Wenn mir ein gleiches Unglück widerführe!“— fuhr Frau Jackel fort—„mein Tod wär's auf der Stelle.“

„Der meinige ebenfalls“— ſagte Jackel.„Schau unſere vier Kinder an, Mutter!“ fuhr er mit bewegter Stimme fort—„wie wohlgeſtaltet und herzig ſie unſer Herrgott aus ſeiner Allmachtshand hat hervorgehen laſſen! Sollte aber eins von ihnen in Näther⸗Hanſens Fußſtapfen treten, ſo möchte ich es lieber jetzt ſchon unter der Erde wiſſen. Ja ich glaube, daß ich im Stande wäre, mein Kind ſelbſt umzubringen, dafern ich mit Gewißheit wüßte, daß es ſpäter ein Mörder würde.“

„Da ſei unſer Herrgott davor!“ rief die Mutter er⸗ ſchrocken aus.

„Daſſelbe ſage ich auch“— erwiederte Jackel eifrig. „Wenn aber Abraham das Opfermeſſer ſogar gegen ſeinen einzigen und wohlgearteten Sohn zu zücken vermochte, wa⸗ rum ſollte da ein chriſtlicher Vater nicht Aehnliches thun können, wenn es zu ſeines Kindes ewigem Heile diente?“

„Ach!“ ſeufzte die Frau—„von einer Mutter hätte unſer Herrgott kein ſo ſchweres Opfer, wie von Abraham,