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Stern, Stab und Pfeife / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Waare theurer oder wohlfeiler ausfallen ſollte, ſchnitzte er die Sohle ſeiner Schuhe und Pantoffeln, an welche er dann die Lederkappen mit kleinen Zwecken oder Nägeln befeſtigte.

Die alten, unſcheinbaren Stiefelſchäfte, welche Jackel um

ein Billiges im Lande aufkaufte, geſtalteten ſich unter ſeinen Händen in noch ſtattlich ausſehendes, tief geſchwärztes Ober⸗ leder um, welches der Näſſe wie dem tiefen Schmuze des Gebirgs dauernd widerſtand.

Frau Jackel ſtand am Waſchfaß und wuſch die Hemden ihrer zwei kleinſten Kinder, welche drei⸗ und fünfjährig waren und draußen vor der Hütte im paradieſiſchen Ge⸗ wande ſpielten. Veronel ſtrickte hinter des Vaters Rücken an deſſen Geburtstagſtrümpfen und Jürgele, welcher ſeinem Vater hülfreiche Hand leiſten mußte, wartete mit Sehnſucht der Zeit, wo der Weggang ſeines Vaters ihm erlauben würde, an die Fertigung des beabſichtigten Meiſterwerks der Holzſchuhmacherkunſt zu denken.

Als der Mittag kam, ſchüttete Frau Jackel den Inhalt eines ſchwarzberußten Topfes, welcher draußen auf dem Heerde am hellen Feuer geſtanden hatte, in eine große, irdene Schüſſel und ſetzte ſolche auf den Tiſch der Wohn⸗ ſtube. Es war die einfachſte Mahlzeit von der Welt, welche für die Familie beſtimmt war. Kein reinliches Tiſchtuch wurde aufgebreitet und zwar aus dem einfachen Grunde, weil man keins beſaß. Das Gericht beſtand aus der gröb⸗ ſten, ſchwarzbläulich ſchimmernden Haidegrütze, ohne braune Butter und ohne weitere Zuthat als ein kleines Stückchen Speck und reichliches Salz. Teller wurden nicht vertheilt, wohl aber kunſtlos geſchnitzte hölzerne Löffel, deren Größe