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„Biſt du etwa ein Räuberhauptmann, daß du mir be⸗ fehlen willſt?“ verſetzte voll Trotz der Knabe und bückte ſich dann nach einem neuen Erdgeſchoſſe.
„Das will ich dir zeigen“— antwortete Jürgele und
begleitete dieſe Worte mit einem Knieſtoß gegen Franzens
Hinterkaſtell, daß derſelbe ein paar Schritte weit hinſchoß und mit dem Antlitz in den ſchlammgefüllten Graben am Wege hineinpatſchte. Das einſtimmige, ſchadenfrohe Ge⸗ lächter der Uebrigen begrüßte den Gefallenen, als er ſpru⸗ delnd und mit ſchlammbedecktem Geſichte aus der Tiefe emportauchte.
Weidel⸗Franz hatte dermaßen Jürgele's Kraft jetzt kennen gelernt, daß er ſich nicht thätlich an demſelben zu vergreifen wagte, ſondern nur, und zwar aus gehöriger Ferne, mit ſeiner Zunge gegen ihn ſtritt.
„Räuberhauptmann du!“ ſchimpfte Franz mit weiner⸗ licher Stimme.„Näther⸗Hans! Näther⸗Hans! Räuber⸗ hauptmann!“
„St!“ ziſchte Jürgele bedeutungsvoll, wobei er die Hand erhob und auf eine Hütte zeigte, die in einer kleinen Ent⸗ fernung abſeits lag. Da entſtand eine tiefe Stille unter den Knaben. Selbſt Weidel⸗Franz verſtummte, und ge⸗ räuſchloſen Tritts wanderte der Knabentrupp weiter, und alle Geſichter waren der Hütte zugewendet, auf welche Jür⸗ gele's Arm noch immer hindeutete.
Dort ſtand ein ſchon bejahrtes Weib, den Vorüber⸗ gehenden den Rücken zukehrend, neben der offenen Thüre ihrer ärmlichen und baufälligen Hütte, und hielt mit beiden Armen die eine Thürpfoſte umklammert, an welche ſie ihr


