„
—— ,———
——
7
meine Schule beginnen und dem Heidenlärm dadurch ein Ende machen kann.“
Peterle ging nach einem kräftigen Händedruck, und in die friſche Waldluft hinaus erklang der laute, helle und viel⸗ ſtimmige Lobgeſang der Kinder, welcher die Herzen der er⸗ wachſenen Dörfler bewegte und und die geflügelten Sänger des Waldes zur Nacheiferung aufſtachelte. Später trat an die Stelle des frommen Geſanges wieder ein gedämpftes Summen, welches einige Stunden nacheinander fortwährte. Der Schluß des Unterrichts war nicht mehr fern, als plötz⸗ lich die den kleinen Fenſtern der Schulſtube zunächſt Sitzen⸗ den in den lauten, gemeinſamen Ruf ausbrachen:„Land⸗ jäger! Herr Schulmeiſter! Ein Gefangener!“
Der Schulmeiſter näherte ſich dem Fenſter, ſchob die Kinder an demſelben abſeits und ſeinen Kopf hinaus. Drei
berittene Landjäger, in ihrer Mitte einen Gefangenen mit
ſich führend, der mit Stricken gefeſſelt und an die beiden Pferde zu ſeinen Seiten gebunden war, näherten ſich dem Schulhauſe, wo ſie anhielten, um ihre Roſſe aus einem Röhrbrunnen zu tränken.
Erſchrocken zog der Schulmeiſter ſeinen Kopf zurück. „Heiliger Gott!“— ſprach er im Umwenden—„das iſt ja der ſchlimme Näther-Hans! Gott Lob, daß dieſe Peſt⸗ beule unſchädlich für's Land gemacht wird.“
Dieſe Worte ſprach der Schulmeiſter, anſtatt, wie er beabſichtigte, zu ſeinen Schülern, zu den vier leeren Wän⸗ den, indem ſämmtliche Schulkinder indeß hinter ihres Schul⸗ meiſters Rücken das Weite geſucht hatten und jetzt draußen, auf einen dichten Trupp zuſammengedrängt, die Landjäger


