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Prinzessin und Dienerin : geschichtliche Erzählung aus dem ersten Viertel des 18. Jahrhunderts / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Da das Leutnantspatent des von Meſſenbach bereits vor jenem Tage, an welchem er ſich des Subordinationsver⸗ gehens ſchuldig machte, ausgefertigt auf meinem Schreibtiſche lag und überdies der Peiſernſe in Anſchlag zu bringen* iſt, den der von Meſſenbach als Sohn mit dem vierten Ge⸗ bote und als Soldat mit den Kriegsartikeln zu beſtehen hatte: ſo hebe ich hiermit das über denſelben ausgeſprochene. Todesurtheil auf und begnadige ihn dagegen mit einem halb⸗ jährigen Feſtungsarreſt.

Friedrich Wilhelm.

In dem namenloſen Entzücken, in welches die beiden Schweſtern durch den Inhalt des ihnen eingehändigten kö⸗ niglichen Schreibens verſetzt wurden, fand die Prinzeſſin Wilhelmine einigen Erſatz für das von ihr dargebrachte 3 große Opfer und für die Vorwürfe ihrer Mutter, womit dieſe 3 ihre Tochter nach des Königs und des Geſchwiſterpaares eiliger Entfernung überhäufte, weil ſie ſo ſchnell ſich dem vä⸗ 3 terlichen Willen unterworfen hatte.

Helene und Eleonore langten noch zeitig genug in Span⸗ dau an, um ihrem ſterbenden Vater die tröſtliche Nachricht von der Begnadigung ſeines Sohnes und von deſſen unver⸗ hoffter Standeserhöhung zu hinterbringen. Umringt von ſeinen drei Kindern und dieſelben ſegnend, verſchied der alte von Meſſenbach, der durch eine langjährige und harte Ge⸗

fangenſchaft auf der Feſtung für ſein früheres Laſterleben 4 gebüßt hatte. Seiner eilig ihren Töchtern nachgereiſeten Gattin war es nur vergönnt, den Vater ihrer Kinder zum ſtillen Grabe begleiten zu können. Dennoch pries ſie mit dankvollem Gemüthe die reiche Gnade Gottes und den Edel⸗