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Prinzessin und Dienerin : geschichtliche Erzählung aus dem ersten Viertel des 18. Jahrhunderts / von Gustav Nieritz
Entstehung
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welche auf Sturmesflügeln herbeigeeilt waren, nachdem ſie

die der Prinzeſſin drohende Gefahr geſehen hatten. Der Leſer erkennt in den beiden Rettungsengeln die Schweſtern von Meſſenbach, welche gekommen waren, um von dem Könige die Begnadigung ihres verurtheilten Bruders zu erflehen. In dieſer Abſicht hatten ſie die Prinzeſſin Wilhelmine auf⸗ geſucht, um ſie zur Fürſprecherin bei dem Könige zu machen, und dieſe gerade in dem entſcheidenden Augenblicke erreicht.

Ei, Petz! Petz! kennſt du mich noch? Mit dieſem Ausrufe begrüßte Eleonore den Bären, welcher ſich jetzt wie⸗ der raſch auf ſeine Hinterfüße aufgerichtet hatte und in wel⸗ chem Eleonore ihren einſtigen Gefährten zu erkennen glaubte. Wenn es aber auch wirklich der alte Kumpan der Meſſen⸗ bachſchen Familie geweſen wäre, ſo hätte doch die lange, dazwiſchen liegende Reihe von Jahren alle Erinnerung an dieſelbe aus dem Bärengedächtniſſe vertilgt gehabt. Genug, Herr Petz, der zum Glück durch ſeinen Eiſenring am Zu⸗ beißen verhindert wurde, beantwortete die vertrauliche An⸗ rede Elevnorens durch ein zorniges Brummen und mit dem Zuſchlagen ſeiner Vordertatzen, welche er in die Schultern des Mädchens verſenkte. Die ſcharfen Krallen des Unge⸗ thüms drangen durch das Kleid in das Fleiſch, ſo daß dieſes aus eben ſo vielen Oeffnungen, als die Bärentatzen Krallen zählten, ſein rothes Blut ausſtrömen ließ.

Helene aber, ihren früheren Muth, einem Bären gegen⸗ über, noch immer beſitzend, bemerkte nicht ſobald die herabl⸗

hängenden Strick⸗Enden, als ſie ſich derſelben bemächtigte und mit Aufbietung aller ihrer Kräfte die Vordertatzen des Bären zurück und auf deſſen Rücken zog, wo ſie mit raſchen

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