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Prinzessin und Dienerin : geschichtliche Erzählung aus dem ersten Viertel des 18. Jahrhunderts / von Gustav Nieritz
Entstehung
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ſo will ich gehen. Ich aber ſage jetzt: Wie Gott mich führt, ſo muß ich gehen. Gott hat mich hier in Spandau meinem Vater in die Arme geführt, doch war es kein fröhliches Wiederſehen. Ich fand meinen, ſo lange verſchollen gewe⸗ ſenen Vater als Züchtling wieder und ſollte ihn, auf Befehl meines Leutnants, von Sternſee, mit dem Stocke miß⸗ handeln. Das aber konnte ich doch als Sohn nicht thun, und da mich der Leutnant dazu zwingen wollte, ſo widerſetzte ich mich ihm. Gewiß würden Sie, liebe Mutter, an meiner Stelle auch nicht anders gehandelt haben. Darauf bin ich in Ketten und Banden gelegt und geſtern vom Kriegsgericht zum Erſchießen verurtheilt worden. Da es nun keinem Zweifel unterliegt, daß der König mein Todesurtheil be⸗ ſtätigt, ſo wollte ich Ihnen hiermit das letzte Lebewohl und meinen kindlichen Dank für alles mir erwieſene Gute ſagen, auch Sie nochmals um Vergebung für meine großen Fehler und Sitten bitten. Weinen Sie nicht um mich, denn dieſes Erdenleben enthält ja nichts als Noth und Plage und gehe ich nebſt meinem leiblichen Vater, der ſterbenskrank darnieder liegt, zu meinem himmliſchen, der mir gewiß ein gnädigerer Richter ſein wird als ich hier unten gefunden habe. Grü⸗ ßen Sie meine lieben Schweſtern tauſendmal von mir und ſagen Sie ihnen, daß ich ihrer noch in meinen letzten Augen⸗ blicken gedenken würde. Unſer Herrgott ſei und bleibe bei Ihnen mit ſeiner vollen Gnade. Ich aber bin

Ihr ewig dankbarer und liebender Sohn Hans von Meſſenbach.