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Prinzessin und Dienerin : geschichtliche Erzählung aus dem ersten Viertel des 18. Jahrhunderts / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Nun iſts genug! ſprach der alte Meſſenbach, indem er aufſtand und ſeinen Sohn auf die Achſel klopfte.Bringe Dein Gewehr in Ruh'. Ich wollte nur ſehen, wie groß oder klein Deine Kindesliebe ſei. Du haſt die Probe mit Ehren beſtanden und bin ich mit Dir zufrieden. Der Alte nahm ſeine Schaufel zur Hand und ſprach weiter,Dein Glück wars, daß Du nicht die Hand gegen mich erhobſt, wie Dir anbefohlen worden war. Jeden, der mir einen Streich mit dem Stocke verſetzt hätte, würde ich mit meiner Schaufel den Kopf geſpalten haben. Darauf fing ichs an, denn ich war meines Lebens ſatt. Nun aber hat es durch Deine Kindesliebe wieder einigen Reiz für mich gewonnen.

Alles recht ſchön geſagt, höhnte der Leutnant,nur ſchade, daß für Dein belobtes Söhnchen das Leben nicht nur allen Reiz, ſondern auch alle Dauer verlieren wird. Entwaffnet den Rebellen, gebot er ſeinen Leuten,und führt ihn hinweg.

Mein Sohn, ſagte der alte Meſſenbach mit weicher Stimme,Du wirſt als ein Meſſenbach auch zu ſterben wiſ⸗ ſen. Mein Segen und ich ſelbſt folgen Dir nach.

Dieſe Rede ſchien ſich ſchnell zu erfüllen, denn der alte Meſſenbach ſtürzte, von einem Schlagfluſſe getroffen, zu Boden, wurde aber wieder ins Leben zurückgerufen, jedoch ohne Hoffnung auf eine Wiedergeneſung.

Frau von Meſſenbach in Berlin erhielt nicht lange darauf von ihrem Sohne einen Brief folgenden Inhaltes:

Meine liebe Mutter!

Ihr Wahlſpruch lautete immer: Wie Gott mich führt, 9*