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Prinzessin und Dienerin : geschichtliche Erzählung aus dem ersten Viertel des 18. Jahrhunderts / von Gustav Nieritz
Entstehung
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So? lachte der Officier höhniſch,gratulire zu dieſer Vaterſchaft! Doch dieſe entbindet Sie nicht von Ihrer Pflichterfüllung. Wenn der Alte nicht an ſeine Arbeit gehen will, ſo gebrauchen Sie Ihren Stock zum Wegweiſer bei ihm.

Sie können es meinem Vater anſehen, ſprach Hans ſanft,daß nur eine ihm überkommene Schwäche ſchuld an ſeiner Unthätigkeit iſt, und werden mir überdies gewiß nicht zumuthen, daß ich mich an meinem leiblichen Vater ver⸗ greife.

Der Dienſt leidet keine Ausnahme, verſetzte der Leut⸗ nant kaltſinnig,Sie thun, wenn der Alte auf ſeinem Eigen⸗ ſinne beharrt, wie ich Ihnen befohlen habe.

Zu einer ſolchen Unmenſchlichkeit werden Sie mich niemals vermögen, rief Hans, in Hitze gerathend, laut aus.

Gut! ſagte der Officier ſchneidend,ich werde Ihre Widerſetzlichkeit im Dienſte dem Herrn Kommandanten mel⸗ den. Was dann geſchehen wird, können Sie ſich ſelbſt ſagen. Unterofficier Werndtel! hierher! und wecken Sie dieſen Alten mit Ihrem Stocke aus ſeinem Stumpfſinne auf.

Hier ſtellte ſich Hans mit gefälltem Bajonett zum Schutz vor ſeinen noch immer ſitzenden Vater auf.Ein Kind des Todes, ſchrie er hitzig,wer meinen Vater anzurühren wagt!

Erſtreckt ſich dieſe Drohung auch auf mich? fragte der Leutnant, indem er ſeinen Degen aus der Scheide zog.

Wenn Sie, erwiederte Hans, vor Wuth außer ſich, auf Ihrem grauſamen Befehle beharren, ſo renne ich Ihnen zuerſt mein Bajonett durch den Leib.