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Federhut mit der brillantnen Agraffe auf dem Haupte, kam, bevor er ſein herrliches Roß beſtieg, erſt in das Zimmer ſei⸗ ner Tochter Wilhelmine, die er unter allen ſeinen Kindern am meiſten liebte, obgleich er auch gegen ſie zuweilen recht hart und unerbittlich ſein konnte.
„Leb' wohl, mein Kind!“ ſprach er freundlich und drückte einen derben Kuß auf Wilhelminens Wange.„Wenn Du
größer ſein wirſt, ſollſt Du meine Soldaten bei der Heer⸗ ſchau ſehen dürfen. Sei hübſch artig, fleißig und folge der Königin, Deiner Mutter.“
Hierauf drehte ſich der Monarch um, ohne ſeinen kleinen Sohn zu beachten, welcher ſtumm, doch mit finſterer Miene, ſeinem Vater nachblickte.
Von einem zahlreichen, glänzenden Gefolge umringt, hielt der König auf einem kleinen Hügel, von welchem aus man einen vollſtändigen Ueberblick der verſammelten und jetzt bei dem König vorüberſchreitenden Regimenter genoß. Auch die Geſandten der auswärtigen Mächte am preußiſchen Hofe waren der an ſie ergangenen Einladung des Königs geſolgt und anweſend.
Als nun die Profoße, dieſe ebenſo verhaßten als gefürch⸗
teten Henker oder Nachrichter bei dem Soldatenſtande, mit
ihrer Perſon das letzte und vereinzelte Glied eines jeden Regimentes bildend, theils zu Fuß, theils zu Pferde, vorbei⸗ kamen, entſtand unter des Konigs zahlreicher Begleitung eine Bewegung und ein nicht gänzlich unterdrücktes Lachen. Urſache
davon war der anſehnliche Haarbeutel, welcher den Pro⸗ foßen, anſtatt der bisher auch bei ihnen üblichen langen Zöpfe, Nur wenige der Anweſenden beſaßen
im Nacken herabhing.


