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Prinzessin und Dienerin : geschichtliche Erzählung aus dem ersten Viertel des 18. Jahrhunderts / von Gustav Nieritz
Entstehung
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ſpeiſt wurde, zurückkehrte. Während des Königs Abweſen⸗ heit durfte die arme, kleine Prinzeſſin an ihre Erholung denken und gehen. Die letztere beſtand darin, daß ſie ihre Geſpielinnen, unter welchen ſich auch Eleonore von Meſſen⸗ bach befand, um ſich verſammelte und mit ihnen allerlei un⸗ ſchuldige Spiele ausführte. Außerdem ſang und muſicirte die Prinzeſſin, wozu ſie nicht nur große Luſt, ſondern auch beſondere Anlagen beſaß. Dieſe frohe und freie Zeit währte bis acht Uhr, wo, wie ſchon geſagt, der König aus dem Tabakscollegium heimkam, um zu Abend zu eſſen. König Friedrich Wilhelm war ein eben ſo leidenſchaftlicher Tabak⸗ raucher als ſein Sohn, Friedrich II., ein Tabakſchnupfer. Jener hatte daher überall, wo er länger verweilte, jedoch außerhalb des königlichen Schloſſes, ein Tabakscollegium, einen Ort eingerichtet, wo er alltäglich mit ſeinen Vertran⸗ ten und anderen hochgeſtellten Perſonen zuſammenkam, um

bei einer Pfeife Tabak und einem Glaſe Bier einer zwang⸗ loſen Unterhaltung zu pflegen. Die Theilnehmer ſaßen an

einer langen, hölzernen Tafel und auf ungepolſterten Stüh⸗ len. Vor einem Jeden ſtand ein thönerner Bierkrug nebſt einem Glaſe und inmitten der Tafel mehrere Gefäße mit klein geſchnittenem Rauchtabak, mit welchem— eben nicht die feinſte Sorte— die langen, weißen geſtopft wurden.

Mancher von den Theilnehmern an dieſer Verſammlung,

welcher das Tabakrauchen nicht liebte, wohl gar einen Ekel und Abſcheu dagegen empfand, beſiegte beides, um nur den König zu gefallen und ſeines näheren Umgangs ſich gewür⸗

digt zu ſehen. Wenn die Menſchen manchmal nur halb ſo