41 Zimmer, welche die kleine Prinzeſſin Wilhelmine bewohnte und die im Erdgeſchoß des Schloſſes lagen. Selten be⸗ wendete es bei den Märſchen, Schwenkungen und dem über⸗ lauten Kommandorufen allein, ſondern zu dieſem an ſich ſchon ſtörenden Lärm geſellte ſich meiſtens noch das vielfache Abſchießen der Flinten in ſo großer Nähe. Daher durfte wegen des erſtickenden Pulverdampfes kein Fenſter des Mor⸗ gens geöffnet werden.
Bald nachdem die junge Prinzeſſin aufgeſtanden und angekleidet worden war, löſ'ten ſich deren Lehrmeiſter in
3 den verſchiedenen zu erlernenden Wiſſenſchaften ab. Um
3 zehn Uhr begab ſich die Prinzeſſin zu ihrer königlichen Mut⸗
ter und dieſe mit ihr in diejenigen Zimmer, welche neben
denen des Königs lagen. Hier verſeufzte und langweilte ſich die Prinzeſſin, mit weiblichen Arbeiten beſchäftigt, die Stunden hindurch bis zur Eſſenszeit. Ueber der Mahlzeit, welche auch in Potsdam, wie überall am Königshofe, durch ihre kärgliche Ausſtattung ſich auszeichnete, durften, wie ſchon erwähnt worden, die Königin und deren Tochter Wil⸗ helmine kein Wort von ſich hören laſſen, ſondern ſtumm den über das Soldatenweſen und die einzuführenden Erſparniſſe geführten Geſprächen beiwohnen. Eben ſo ſtill mußten Beide während des zweiſtündigen Mittagsſchlafes des Königs verharren. Gleich nach dem Erwachen entfernte ſich der König und die Königin kehrte in ihre Zimmer zurück, wo ihr die Prinzeſſin bis zur Wiederkunft des Königs vorleſen mußte. Dieſer verweilte bei ſeiner Rückkehr nur wenige
Minuten bei den Seinen und begab ſich dann in das Tabaks⸗
collegium, aus welchem er um acht Uhr, wo zu Abend ge⸗
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