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Prinzessin und Dienerin : geschichtliche Erzählung aus dem ersten Viertel des 18. Jahrhunderts / von Gustav Nieritz
Entstehung
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widerſetzen ſollte, ſchickte mich mein Mann, der Rabenvater, unter einem Vorwande fort von hier.— Gnade! Gnade! für meine armen ſchuldloſen Kinder! Sie und ich wurden von ihrem Vater und meinem Mann zu dei Betruge ge⸗ zwungen.— Erbarmen! Gnade! Gnade!“

„Sprich,“ fuhr Eversmann die Frau heftig an,„wo iſt Dein Mann mit der erhaltenen Kaufſumme?“

„Ich weiß es nicht,“ erwiederte jene,„ich ſah ihn nir⸗ gends— er verſprach, zu mir in die Dorfſchänke zurück⸗ zukehren, und weil er nicht kam, ſchöpfte ich Verdacht, der von mir begegnenden Leuten, die von dem Handel Augen⸗ zengen geweſen waren, beſtätigt wurde.“

„Fort!“ rief Eversmann den zahlreichen Dienern zu, „eilt dem Betrüger, dem Diebe nach, nehmt ihm das Geld ab und ſchleppt ihn hierher.“

Während die Diener raſch ſich entfernten, ſprach Evers⸗ mann zu der, ihre Kinder noch immer feſt umſchlungen hal⸗ tenden Bärenmutter:„Sollten wir Deines Mannes ſammt dem Gelde nicht habhaft werden, ſo mußt Du für ihn büßen— Du und Deine Kinder!“

„O, mein gütigſter Herr Kammerdiener,“ verſetzte die

geängſtete Frau,„ich beſitze aus früherer beſſerer Zeit noch

22 Stück Ducaten, die ich vor meinem verſchwenderiſchen Manne ſorgfältig verborgen gehalten habe und nur in dem äußerſten Nothfalle und lediglich zum Beſten meiner un⸗ glücklichen Kinder zu verwenden gedachte. Ich habe das Gold in meinem Kleide vernäht—“

In ihrer Angſt nicht an das Verbot denkend, welches der Preußenkönig wirklich gegen das Tragen von baumwollenen