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O, der unnatürliche Vater! O, meine Kinder! meine Kinder!“
Auf dieſen weit hin vernehmlichen Ruf befreiten ſich die beiden jungen Bären, als hätten ſie ſich zuſammen verab⸗
redet, durch einen heftigen Ruck und Sprung von ihren
Führern und rannten auf den Hinterfüßen auf die Frau ihres bisherigen Herrn los, um ſie mit ihren Vordertatzen zärtlich zu umarmen und ſich dicht an ſie anzuſchmiegen.
Die erſchrocken nach ihren Flüchtlingen ſich umſchauen⸗ den Stalldiener gewahrten jetzt voll Staunen, daß der zottige Pelz des kleineren Bären eine Oeffnung, wie durch eine ge⸗ platzte Naht, auf dem Rücken bekommen hatte, aus welcher das lichtbunte Kleid eines Mädchens hervorquoll.
Nun erſt ging den Anweſenden ein helles Licht über die wahre Natur der vierbeinigen Seiltänzer auf. Mit Hülfe der vorhandenen Meſſer und Scheeren wurden dieſelben ſehr bald in zwei Mädchen von etwa 12 und 6 Jahren um⸗ gewandelt, die, ſchweißtriefend und mit glühend rothen Geſich⸗ tern, vor Erſchöpfung kaum auf ihren Füßen zu ſtehen ver⸗ mochten. Deſto bleicher ſah deren Mutter aus, welche, wie vom Fieberfroſt geſchüttelt, an allen Gliedern zitterte.
Das Abenteuer war ſo außerordentlicher Art, daß ſelbſt der König nebſt den übrigen Rauchern, die Königin mit ihren Kindern und Alles, was ſonſt noch geſunde Beine be⸗ ſaß, ſich um die verkappt geweſene Bärenbrut und deren Mutter verſammelten.
„Ich habe nichts von dem Handel gewußt,“ entſchuldigte ſich unter heftigem Weinen die vom erzürnten Monarchen zur Rede geſetzte Frau.„Damit ich mich demſelben nicht


