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Prinzessin und Dienerin : geschichtliche Erzählung aus dem ersten Viertel des 18. Jahrhunderts / von Gustav Nieritz
Entstehung
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welche durch ihre außerordentlichen Künſte Alt und Jung ergötzen und in Staunen verſetzen.“

Nach einigem Hin- und Herhandeln begnügte ſich der Bärenführer mit der runden Summe von 300 Thalern, nach deren ſofortiger Auszahlung er ſich eilig davon machte. Während dem hatte ſich der König nebſt ſeinen männlichen Gäſten in ſein Tabakscollegium begeben, die Königin mit ihren Kindern den Weg ins Schloß angetreten und nur die niedere Dienerſchaft ihre fernere Gegenwart den drei Bären geſchenkt. Dieſe ſollten jetzt in den Zwinger der übrigen Bären zu Wuſterhauſen abgeführt werden, zu welchem Zwecke der königliche Bärenwärter die Kette des alten Bären in die Hand nahm, während zwei Stalldiener ein Gleiches bei den jungen Bären thaten. Die jungen Petze aber ſchienen nur ungern und mit ſichtlichem Widerſtreben in den Beſitz eines andern, ihnen fremden Eigenthümers überzugehen. Wieder⸗ holt wendeten ſie ſich nach ihrem davoneilenden, bisherigen Herrn um und mußten mit einiger Gewalt fortgezerrt werden. Dabei waren ihre Bewegungen im Gehen ſo unbeholfen, daß ſolche einem mit der Bärennatur beſſer Vertrauten, als die Stalldiener waren, hätten auffallen müſſen. Ja, einmal ließ der kleinere Bär einen Laut hören, den deſſen Führer

für ein dumpfes Winſeln hielt, der aber in der That ein

ſchmerzliches Weinen war.

Noch waren die drei Bären nicht weit gekommen, als die Frau des Bärenführers, in einen übergeworfenen Tuchmantel gehüllt, ſchreiend in den Schloßhof geſtürzt kam. Unter den Zeichen der tödtlichſten Angſt in dem Geſichte rief ſie mit gellender Stimme aus:„Iſt es wahr?

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