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Prinzessin und Dienerin : geschichtliche Erzählung aus dem ersten Viertel des 18. Jahrhunderts / von Gustav Nieritz
Entstehung
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20 eine liebende Mutter erzogen und erhalten hat, geſchenkt und dadurch ihr zeitliches Glück gegründet,“ verſetzte der Rieſe.

„Das iſt brav von Dir, mein Sohn!“ lobte der Monarch gerührt, dem man ſonſt den Vorwurf übertriebener Spar⸗ ſamkeit und des Geizes machte.„Wie heißeſt Du?“

„Carl Auguſt Tippmann,“ lautete die Antwort.

„Ich werde mir Deinen Namen merken und, führſt Du Dich in und außer dem Dienſt untadelig auf, meine volle Gnade Dir zuwenden.“

Der Monarch, ungewöhnlich heiter, ließ die Recruten abtreten. Seine gute Laune wuchs noch, als ein reicher Bierbrauer aus Königsberg erſchien, um ſein eingereichtes, ſchriftliches Grſuch um einen Titel noch durch mündliches Bitten zu unterſtützen.*

„Soll ich Ihn Brau-, Bier-, Hopfen- und Malzrath tituliren?“ fragte der König den Titelſüchtigen,„oder weiß und wünſcht Er vielleicht einen andern, der Ihm als an⸗ genehmer erſcheint? Das Diplom eines jeden der eben ge⸗ nannten Titel koſtet 1500 Thaler.“

„Ew. Majeſtät,“ erwiederte der Malz⸗ und Hopfenmann, „ich habe in meinem unterthänigſten Bittgeſuch um den Commerzienrath nachgeſucht.“

„Derſelbe koſtet doppelt ſo viel: 3000 Thaler,“ verſetzte der König.„Iſt er damit einverſtanden, ſo ſoll Er ſchon in den nächſten Tagen das Diplom zugefertigt erhalten.“

„Gern! o tauſend Dank, mein allergnädigſter Herr und König!“ rief der Brauherr entzückt und entfernte ſich, berauſcht von der nahen Ausſicht auf den heiß gewünſchten Ehrentitel.