28 Eine, in jenen Zeiten gewiß ſehr anſehnliche Summe! Die hierzu beſtimmte Recrutenkaſſe ſtets gefüllt zu erhalten, be⸗ nutzte der König die Eitelkeit reicher Männer, welche von der lächerlichen Titelſucht angeſteckt waren und daher für irgend einen hohen Titel gern anſehnliche Summen zahlten. Wie der Erzähler bereits in ſeiner Jugendſchrift:„Des Königs Leibwache“ dargethan hat, war es damals ein großes Unglück für Männer aller Länder, eine ungewöhnliche, auf⸗ fällige Körperlänge zu beſitzen, indem keiner von ihnen ſicher war, von den überall vertheilten, auflauernden preußiſchen Werbern mit Liſt oder Gewalt weggefangen und ſelbſt aus den glücklichſten Verhältniſſen, von Frau und Kindern, ge⸗ riſſen zu werden, um als Leibgardiſt fortan ein geknechtetes
und beweintes Leben zu führen.
Der längſte und anſehnlichſte Rieſe unter den heutigen Reeruten zog als ſolcher beſonders des Königs Aufmerkſam⸗ keit und Beifall auf ſich.„Wie theuer, von Wartenberg?“ fragte er den die Recruten begleitenden Werbeofficier, indem er auf jenen Mann deutete.
„Ew. Majeſtät,“ antwortete der Officier mit einem Achſelzucken,„der ungenügſame Kerl biß dann erſt an die Angel, als ich ihm die Summe von 6000 Thalern verſprach, die ich ihm auch auszahlen mußte.“
„Unverſchämte Forderung!“ ſprach der König.„Doch bereue ich die Summe nicht. Was gedenkſt Du,“ wendete er ſich fragend an den rieſigen Recruten ſelbſt,„mit dem vielen Gelde anzufangen?“
„Ich habe es meiner weit älteren Schweſter, die bei einer zahlreichen Kinderſchaar und eigener Armuth mich als
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