127 die nur von den angeſehenſten Perſonen dort getragen wird?“ wiederholte der General ungläubig.
„So lautet mein unabänderlicher Wille!“ ſprach der König und verſiegelte hierdurch jeden Mund zu weiterem Fragen oder Widerſprechen.
Nach aufgehobener Tafel entfernten ſich tt Gäſte; der König dagegen ſetzte ſich in einen Lehnſtuhl, der, wie die Prinzeſſin Wilhelmine in ihrer Lebensbeſchreibung, naiv genug, ſagt, hart wie ein Eſel war, um einen zweiſtündigen Mittagsſchlaf zu halten. Während deſſen Dauer blieben die Königin und deren Tochter, mit weiblichen Arbeiten oder mit Leſen ſich beſchäftigend, ſitzen. Gewöhnlich begab ſich der König nach gehaltenem Mittagsſchlafe in ſein Tabakscolle⸗ gium, das in Wuſterhauſen bei dem Brunnen des Schloß⸗ hofs aufgeſchlagen war.
Heute jedoch zeigten ſich mehrere Abhaltungen, die ihn daran behinderten.
Die erſte beſtand in einem Dußzend baumlanger Recru⸗ ten, die für des Königs Leibregiment beſtimmt waren. Die Hälfte von ihnen hatte Peter der Große, Kaiſer von Ruß⸗ land, geliefert, welcher dafür vom König Fabrikarbeiter, Ingenieurs und geübte Unteroffiziere ausgetauſcht bekam, an welchen Leuten Rußland damals noch Mangel litt. Es verſteht ſich, daß dieſelben, ebenſo wie die langen Recruten, nicht freiwillig, ſondern gezwungen dieſen Tauſch eingehen mußten.
Man hat berechnet, daß dem König die langen Leib⸗ gardiſten ſeines Regiments, während ſeiner Regierung, auf 12 Millionen Thaler, blos anzuwerben, gekoſtet haben.


