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Prinzessin und Dienerin : geschichtliche Erzählung aus dem ersten Viertel des 18. Jahrhunderts / von Gustav Nieritz
Entstehung
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königlichen Tafel, von welcher 24 Perſonen ſich ſät

ſprach er zur Prinzeſſin,Dein Bruder dagegen ein höl⸗ zerner Toffel. Um Deinetwillen will ich dem Weibe da die Prügel erlaſſen.

Und auch die Feſtung! ſetzte die Prinzeſſin bittend hinzu.

Auch die Feſtung! bejahte der König, indem er die zum feurigſten Danke ſich öffnenden Lippen ſeines Kindes küßte und dann raſch weiter ging.

Das Weib wollte jetzt die Hände der Prinzeſſin mit Küſſen und heißen Dankeszähren bedecken. Dieſe jedoch erwehrte ſich dieſer Liebkoſungen, wobei ſie zu der Frau ſprach:Meine Mama werde ich bitten, daß ſie Euch für Euer baumwollenes Tuch eins von Leinen oder Wolle dar⸗ reiche, und Ihr dann ohne Gefahr wieder in die Hofküche kommen könnt.

Die Leti begab ſich, ohne ein belobendes Wort zu der jugendlichen Fürbitterin zu ſagen, mit den königlichen Kin⸗ dern in das Schloß.

Bald nachher erſchienen mehrere Hofdiener, welche unter ſteter Aufſicht Evermanns die königliche Tafel unter der Linde deckten. An ihr nahmen dann der König, die Königin nebſt ihren Kindern und außerdem die vornehmſten Perſonen des königlichen Hofſtaates Platz, ſo daß die Zahl der Spei⸗ ſenden ſich bis auf 24 belief.

In der Lebensbeſchreibung, welche die Prinzeſſin Wil⸗ helmine von ſich verfaßt und aus welcher der Erzähler alle Thatſachen geſchöpft hat, beklagt ſich die Prinzeſſin über die geringe Zahl(nur 6) übel hergerichteter Schüſſeln an der