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Prinzessin und Dienerin : geschichtliche Erzählung aus dem ersten Viertel des 18. Jahrhunderts / von Gustav Nieritz
Entstehung
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ſeinen Sohn, welcher ſtumm und regungslos neben der Léti entfernt ſtand.

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ſprang unter dem lauten, flehenden Rufe:Papa! ach lieb⸗

ſter Papa! Gnade! Gnade! auf den König zu. Dieſer ließ den Stock ſinken und kehrte ſich nach ſeiner

Tochter um, welche mit fliegenden Schritten herbeieilte und

ihres Vaters Hand erfaßte.

Was willſt Du, Wilhelmine? redete der König die Athemloſe an und ſtrich ihr das über die Stirne und das Antlitz herabgefallene Haar aus den Augen. Woher kommſt Du ſo allein? Wo iſt die Léti und Dein Bruder?

Dort! dort! erwiederte die Prinzeſſin, nach der Hecke hinzeigend, hinter welcher nothgedrungen die Leéti nebſt dem kleinen Prinzen hervortrat.Ach, herzensbeſter Papa! fuhr die Prinzeſſin flehend fort.Schlagen Sie die arme Frau nicht! Und ſchicken Sie ſie nicht nach Spandau. Es iſt ja die gute Frau Beulich, die für mich und Fritz die ſchmackhafteſten Beeren im Walde aufſucht und gewiß un⸗

ſchuldig an dem baumwollenen Tuche iſt.

Ich habe es gar nicht gewußt, daß es von Baumwolle iſt! ſchluchzte das Weib.

Lüge Sie nicht! fuhr ſie der König an.Wird Sie nicht Baumwolle von Schaafwolle oder Leinen zu unte ſcheiden wiſſen! Eine Ungehorſame gegen Ihres Monarchen Willen und Gebot iſt Sie und eine freche Perſon dazu.

Gnade! Gnade! rief die Prinzeſſin abermals und weinend.Schlagen Sie mich, liebſter Papa, für die arme Frau!

Der König blickte erſt auf ſeine Tochter und dann auf

Du biſt ein gutes,

nitleidiges Kind,