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Prinzessin und Dienerin : geschichtliche Erzählung aus dem ersten Viertel des 18. Jahrhunderts / von Gustav Nieritz
Entstehung
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21 Klänge ſeiner Leier, haben Sie die wilden Thiere durch Ihr vortreffliches Leſen herbeigelockt und bezaubert. Heben Sie das Buch auf, Prinz, und händigen Sie es Ihrer Zauberin Schweſter ein.

Das werde ich bleiben laſſen! verſetzte Friedrich, von welchem plötzlich alle Furcht vor den Bären gewichen war. Aber meiner Mama werde ich es ſagen, wie Sie meiner Wilhelmine mitgeſpielt und ihr das Buch aus der Hand ge⸗ ſchlagen haben.

Wie? rief die Léti voll Staunen aus,willſt Du ſchon Gift von Dir ſpritzen! Ha! immer klatſche es Deiner lieben Mama wieder, daß ich einem Buche einen Schlag mit der Hand gegeben habe, den eigentlich deſſen Trägerin verdient hätte. Aber ich verſichere Dir, daß es dann Deiner Wilhelmine deſto trübſeliger ergehen ſoll. Haſt Du mich verſtanden, mein ungnädiger Prinz?

O, mein guter Fritz! bat Wilhelmine flehend,ſage kein Wort weiter und auch unſerer Mama nichts. Unſere liebe Leti hat es ja gar nicht bös gemeint und meine Faſelei beim Sſe den Auftritt verſchuldet. Erzeige mir den Ge⸗ fallen, liebſter Fritz, und hebe mein Buch vom Boden auf. Du biſt klein, und kannſt Dich daher leichter bücken als ich.

Der kleine Prinz zögerte einige Augenblicke, bevor er die ſchweſterliche Bitte erfüllte. Aus ſeinen blauen, ſpäter ſo berühmt gewordenen Augen ſchoß er einen Zornesblick auf die Leti, dann aber hob er das Buch auf.

In dieſem Augenblicke ging ein Mann in geringer Ent⸗

fernung vorüber. Als ihn die Leti erblickte, rief ſie ihm*

befehleriſch zu:Eversmann, vtrtage Sie W die un⸗