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Prinzessin und Dienerin : geschichtliche Erzählung aus dem ersten Viertel des 18. Jahrhunderts / von Gustav Nieritz
Entstehung
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ergriff. Bei dieſer Gelegenheit entdeckte man, daß dem Petz die beiden Vorderfüße nach hinten und über den Rücken feſt gebunden waren, wodurch er, wie durch den Eiſenring, welcher ſeinen Ober- und Unterkiefer umgab und ihn am Beißen behinderte, allerdings unſchädlich gemacht worden war.

2 Die Leti ſetzte mit den Kindern ihren Spaziergang noch eine Strecke fort, bis ſie eine dicht umrankte Laube nebſt

einer Ruhebank erreichten.

Setzen wir uns, befahl die Leti herriſch und indem ſie ein Buch aus ihrer Taſche zog.Leſen Sie, fuhr ſie zur Prinzeſſin fort,dieſe in's Deutſche überſetzte Fabel des

Aeſop vor. Aber mit richtigem Ausdruck!

Die Prinzeſſin begann ihre Vorleſung und zwar, trotz ihrer Jugend, mit Geſchick und Gewandheit. Allein da ſie einmal, während des Leſens, einen Blick auf ihren Bruder

warf und denſelben vor ſtiller Angſt bald erröthen, bald erbleichen ſah, ſo ſchaute ſie ſich nach der Urſache derſelben unruhig umher, wodurch das Leſen ins Stocken gerieth und unrichtig ward. Voll Zorn ſchlug die Léti der Prinzeſſin das Buch aus der Hand, daß es auf den Erdboden fiel, wobei ſie ausrieft Sie ſcheinen es darauf angelegt zu haben, mich heute zu Tode ärgern zu wollen. Ach, liebſte Leti! erwiederte die Prinzeſſin,Sehen Sie nur, wie mein armer Bruder zittert! Umringen uns doch alle ſechs Bären, die mein Papa im Garten hier hält. Darauf können Sie ſich etwas einbilden, ſpottete die Erzieherin.Gleich wie Orpheus durch die bezaubernden