Livreediener und eine Kammerjungfer an. Hier dieſe an⸗ geriſſene Doppelrolle, von welcher ich nur den Lohnkutſcher und den Juden großmüthig bezahlt habe, iſt Dein. Du wirſt Dir dafür und unſeren Kindern Kleider, Schmuck und ſonſt ₰ anſchaffen, was ſich für unſern Stand geziemt.“ „O, Theodor!“ erwiederte Frau von Meſſenbach,„wäre es nicht beſſer, Du kaufteſt für die zauſend Ducaten ein kleines Landgut, das uns und unſere Kinder ernährte und unſere alten Tage vor Dürftigkeit behütete?“ „Was denkſt Du, Beate!“ verſetzte Meſſenbach.„Du kannſt mir zumuthen, als ein elender Krautjunker zu ver⸗ ſauern? Ich, der durch einen einzigen glücklichen Gedanken, und in wenig Stunden 1000 Ducaten zu erwerben ver⸗ 8 mochte! Ha! ich hoffe durch meinen Scharfſinn und meine E Geſchicklichkeit die tauſend Dueaten zu verhundertfachen. Doch, ich gehe jetzt, für uns eine anſtändigere Wohnung aufzuſuchen. Hoffentlich wird Dich die Freude ſtärken, daß Du von Deinem Siechbette aufſtehen und Dich in den Wagen hinabtragen laſſen kannſt, mit welchem ich zurück⸗ kehren werde.“ Frau von Meſſenbach, die Unbeugſamkeit und den Leicht⸗ ſinn ihres Mannes kennend, gegen welche alle ihre Bitten noch nichts gefruchtet hatten, ſchwieg hier und beſchloß, die ihr zu Theil gewordenen Duecaten theils mit möglichſter Sparſamkeit zu verwenden, theils als Nothpfennig aufzube⸗ wahren. Zugleich dankte ſie aber auch in ihrem Herzen dem allbarmherzigen Gott, der durch ſeine reiche Glücksgabe vihrem neugeborenen Kinde eine und bierdurch 6 längere Lebensdauer in Ausſicht ſtellte.
₰ Prinzeſſn und Dienerin. 2


