15 Meſſenbach preßte die Hände ſeiner Gattin ſo heftig zu⸗ ſammen, daß ſie vor Schmerz hätte aufſchreien mögen. Dann drückte er den erſten Kuß auf die Stirne ſeiner neugebornen
p Tochter, hob erſt ſeinen Sohn Hans und hierauf ſeine Toch⸗
ter Helene zu ſich empor, um beide mit Küſſen der Freude
zu bedecken. Zuletzt ſchwenkte er die älteren Kinder in dem
Stübchen umher, daß das leicht gebaute Fachwerk des Hauſes
erbebte und der Wirth voll Angſt herbeieilte, um ſich nach
der Urſache der vernommenen Erſchütterung zu erkundigen.
„Meiſter Schuſter!“ ſprach Meſſenbach geringſchätzig zu dem ehrlichen Bürgersmann,„ich wollte Ihm nur zu wiſſen thun, daß ich noch heute aus ſeiner elenden, wackeligen Bude vom Hauſe ausziehe, die für eine adelige Familie ganz und gar nicht paßt.“
„Ei, Herr von Meſſenbach, wie pfeifen Sie jetzt ſo ganz anders,“ erwiederte der Hauswirth,„als da ich Sie und ihre Familie, nur aus Mitleid und um Gotteswillen, in mein Haus aufnahm, weil Sie außerdem auf der Gaſſe hätten wohnen müſſen?“
„Die Zeiten haben ſich geändert,“ verſetzte der Edel⸗ mann, ſich in die Brüſt werfend,„wie Er ſchon an meinem Anzuge erſieht.“ ½
„Gut!“ antwozete der Wirth.„Dann aber bitte ich mir auch den ſchul
digen Miethzins aus, weil ich außerdem ihre Sachen inne behalten müßte.“
„Er kannden ganzen Bettel hinnehmen,“ ſprach Mſſen⸗ bach,„der phnehin nicht des Forttragens werth Jetzt aber gehe Er Seiner Wege!“
N chdem der Mann fort war, fuhr Weſſenbach; z ſur


