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Prinzessin und Dienerin : geschichtliche Erzählung aus dem ersten Viertel des 18. Jahrhunderts / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Der Edelmann begann mit pathetiſcher Stimme vorzu⸗

leſen:

An die allerdurchlauchtigſte, großmächtigſte Fürſtin und Herrin, die nengeburne Bronprinzessin von Prrnssen,

Friederike Sophie Wilhelmine,

königliche Hoheit.

Es zogen auf noch ungebahnten Wegen,

drei Weiſen einſt aus fernem Morgenland

dem neugebornen Königskind entgegen,

deß' Stern hell leuchtend an dem Himmel ſtand.

Drei Weiſe und drei Könige es waren.

die, mit Geſchenken reich beladen,

nicht achteten des weiten Weg's Gefahren,

und ſollten ſie ſelbſt bis an das Knie durch Sand und Waſſer waden.

Von Herod', dem Judenkönig, arg betrogen, lenkt ſich gen Bethlehem ihr müder Fuß. Ei, ihnen war das Glück hier wohl gewogen und darum groß der Freude heller Fluß.

Da blinkt der Stern! da ſteht das Haus. mit ſeinem dunkeln Stalle nebſt dem Kinde, in welchem Engel fliegen ein und aus,

bald leiſ', bald langſam, bald geſchwinde.

Die Weiſen treten ein und fallen nieder

und beten unſern Heiland brünſtig an.

Sie ſegnen deſſen jugendliche Glieder

und bringen die Geſchenke bei ihm dankvoll an.