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Prinzessin und Dienerin : geschichtliche Erzählung aus dem ersten Viertel des 18. Jahrhunderts / von Gustav Nieritz
Entstehung
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6 Bäcker laufen, da Du bei Deinem kleinen Schweſterchen blei⸗ ben mußt, während Deine Mutter ruht und ſchläft.

Ich ſchlafe nicht, hauchte die Frau leiſe hervor.Haſt Du wirklich nichts zu eſſen für Helene, lieber Theodor?

Nichts! erwiederte jener kurz ab.Uebrigens ver⸗ dient ſie nichts zu erhalten, da ſie Dich durch ihr Quälen um Eſſen aufgeweckt hat.

O nein, verſetzte die Frau.Ich ward ſchon munter, als Hans ſo laut hereintrat und ungeberdig lachte. Ich ſchwieg nur darum, weil ich mich über ſeine Gaſſenbuben⸗ ſtreiche ärgerte und mich nicht aufrégen mochte.

Ja, ja, ſagte der Mann bitter,Du hackteſt von jeher auf den armen Jungen ein, der ſich nicht rühren und wie ein Einſiedler leben möchte. Ein Junge aber muß austoben, wie guter Wein, wenn etwas aus ihm werden ſoll. Eben ſo habe auch ich es gemacht.

Und was iſt aus Dir geworden? wollte die Frau ſchmerzvoll fragen. Wer ſie verſchluckte di ihr ſchon quf der Lippe ſchwebenden Worte und ſchloß wieder die Augen.

Der gnädige Herr hatte ſich wieder ans Fenſter geſtellt, wo er die Lippen zu einem leiſen Pfeifen ſpitzte. Plötzlich erbebte die Luft unter einem dröhnenden Kanonenſchuſſe. Es war der 3. Julius 1709. Erſchrocken fuhr die Frau empor und fragte:Was iſt das? Bedeutet's ein Unglück?

Im Gegentheil, erwiederte der Edelmann kühl.Haſt

Du vergeſſen, Beate, daß man ſtündlich der Niederkunft der,

Kronprinzeſſin entgegen ſah? Das Schießen bedeutet, daß ſie nun entbunden worden iſt. Ob von einem Prinzen oder