ein Ding, das ein Kanapee vorſtellen ſollte, endlich noch eine Bettſtelle, auf deren elender Lagerſtätte eine bleiche, kraftloſe Frauengeſtalt ruhte. Neben der Bettſtelle ſtand ein weiden⸗ geflochtener Korb, welcher auf zwei roh gezimmerten Schwin⸗ gen ruhte und einem neugeborenen Kinde als Wiege diente. So oft das kleine, darin liegende Weſen ſich rührte oder zu kreiſchen begann, ſchaukelte ein neben ihm kauerndes, etwa ſechsjähriges Mädchen die kunſtloſe Wiege.
Der gnädige Herr maß das enge Stübchen mit großen Schritten und untergeſchlagenen Armen, dabei von Zeit zu Zeit ſeinen Blick auf die Frau im Bette werfend, die, mit geſchloſſenen Augen und nur matt aufathmend, einer Leiche ähnelte.
Plötzlich wurde die Stubenthüre geräuſchvoll und haſtig geöffnet. Ein Knabe von zehn Jahren in vernachläſſigter Kleidung, aber von wohlgebildetem Körper, hüpfte herein und ſprach lachend zu dem Stuben⸗Spatziergänger:„Vater! eben habe ich den Juden, der Sie immer um Geld plagt, tüchtig gehänſelt. Ha! ha! ſein ganzer Rücken klebt voll Schmuzklöſer, mit welchen ich ihn bombardirt habe. Er tobte zwar gewaltig und wollte mir zu Leibe gehen. Aber die anderen Gaſſenjungen ſchlugen ſich auf meine Seite und den alten, häßlichen Juden in die eiligſte Flucht. Wie der Kerl mit ſeinen krummen Säbelbeinen ausriß, ha! ha! ha! Bald die Schuhe verlor er dabei von ſeinen plumpen Pferde⸗ füßen. Und wie geſchimpft und mich verflucht hat er! Ha! ha! ha!“
Der Vater, anſtatt ſeinen ungezogenen Sohn abzuſtrafen oder wenigſtens zu tadeln, heftete jetzt ächelnd ſeinen Blick
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