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Der Prinzenraub : eine Jugend-Erzählung / von Gustav Nieritz
Entstehung
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dem Tode entgegen und wenn ich ſchlaflos auf meinem Lager mich umherwerfe, ſo peinigen mich die Qualen eines böſen Gewiſſens.

Biſt du nun zu Ende mit deinem Klageliede, altes Weib? fragte der Graf hämiſch.

Noch nicht, verſetzte Roloff.Ich gehe jetzt zu Ihrem eigenen Zuſtande über, Herr Graf! Um Graf und um reich, angeſehen und glücklich zu werden, ließen Sie Ihren Verwandten in dieſe Tiefe hier verſenken. Sie wur⸗ den Graf, mächtig und reich. Ob auch glücklich? das mögen Sie ſich ſelbſt ſagen. Sie genoſſen die Ehre, der Günſtling eines Königs zu ſein. Ach, um nachher deſto mehr die Bitterkeit der Zurückſetzung zu fühlen. Ihren Rachedurſt zu ſtillen und den König zur Herausgabe der Ihnen entzogenen Güter zu zwingen, raubten Sie ihm den Sohn. Was iſt der Erfolg aller Ihrer Verbrechen? Entehrung, ein gewaltſamer Tod und, ach! dort wohl noch die Verdammniß!

Wozu, Herr Bußprediger, jetzt noch dieſe ganz nutz⸗ loſe Litanei? fragte der Graf ergrimmt.

Warum? entgegnete Roloff erregt.Ach, daß Sie umkehrten von Ihrem böſen Wege, da es noch Zeit iſt. Alles kann noch wieder gut werden. Der Prinz Emil iſt ſeinen Aeltern wiedergegeben; noch lebt der Fiſcher und ſein Kind; noch alle jene Streiter; noch wir; noch iſt die Burg nicht in die Luft geſprengt.

Und der da unten? fragte der Graf düſter, indem er auf die Tiefe des See's zeigte.