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„Suchteſt du ihm nicht ſeinen Aberglauben auszure⸗ den?“ fuhr der Graf ſpöttiſch ſort.
„Ich verſuchte es,“ ſprach Roloff ernſt,„aber der Fiſcher erwiederte mir: Ich begreife nicht, wie die uner⸗ meßliche Sonne in freier Luft ſchweben und viele Welten mit ihrem Lichte erleuchten kann. Aber ich ſehe ſie und freue mich ihrer wärmenden Strahlen. Darum glaube ich an ihr Daſein. Ich vermag die Fortdauer meines Geiſtes und ein ſeliges Leben ohne Ende nicht zu erfaſſen; aber ich fühle das Beſeligende dieſer Lehre und darum glaube ich an ſie.“
„Welch' eine Weisheit in einer armen Fiſcherſeele!“ ſpottete der Graf mit einem erzwungenen Lächeln.
„Geſtatten Sie mir, Herr Graf,“ fuhr Roloff tief⸗ ſinnig fort,„daß ich Ihnen auch meine Anſichten jetzt mittheile. Seitdem ich auf das Krankenlager hingeſtreckt worden bin und mein Arzt mir offen herausgeſagt hat, daß mein Uebel, der Knochenfraß, unheilbar ſei, habe ich andere Anſichten des Lebens bekommen. Ich habe in Ih⸗ rem Dienſte Verbrechen begangen, weil ich glaubte, durch den mir verheißenen und auch richtig erhaltenen Lohn ein glückliches, genußreiches Leben führen zu können. Aber den Schwelgereien der Sinne folgten Ekel, Ueberdruß, Schmerzen und Unwohlſein. Auf den Rauſch ein wüſter Kopf; auf die Freuden des Spiels der beißende Aerger; auf die verbotene Luſt bittere Selbſtvorwürfe. Mein Laſter⸗ gefährte zerſchmetterte mir den Schenkel und ich gab ihm vafür einen ſchmerzlichen Tod. Jetzt ſieche ich langſam


