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Der Prinzenraub : eine Jugend-Erzählung / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Und die Kugel, welche Ihr Leibjäger meinem Her⸗ zen zugedacht hatte, erwiederte Roloff hämiſch,wer hatte ſie denn abgeſendet?

Still! ſprach der Graf,laß uns die letzten Stun⸗ den unſers Beiſammenlebens nicht noch durch unnütze Vorwürfe verbittern. Laß uns vielmehr ſo luſtig wie möglich ſein; ja, läß uns lachen, eſſen, trinken und uns berauſchen.

Roloff ſchüttelte das Haupt.Berauſchen? ſprach er trübedas iſt ein übles Mittel zur Luſtigkeit, denn nach dem Rauſche ſtellt ſich das Kopf⸗ und Herzweh deſto ſtärker wieder ein.

Es war drei Tage darauf, als eines Morgens meh⸗ rere ſtark bemannte Fahrzeuge auf dem See daher geſchwom⸗ men kamen und ſich der Schornburg in einem weiten Kreiſe näherten.

Als ſie der Graf erblickte, ſprach er ſpottend zu Roloff:Der letzte Akt des Luſtſpiels beginnt und wird mit einem brillanten Raquetenbouquet ſchließen. Freue dich, Kamerad! nicht allein werden wir den salto mortale machen, ſondern ſehr viele Mitſpringer haben. Ach ſieh! unſere Feinde halten an und ein Schifflein mit aufgeſteck⸗ ter Friedensfahne ſondert ſich ab. Hören wir, was man von uns will.

Die Burg ſolle ſich auf Gnade oder Ungnade er⸗ geben, lautete die BVotſchaft,und ihre Beſatzung den Prinzenräuber ausliefern. Außerdem würde man das

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