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Der Prinzenraub : eine Jugend-Erzählung / von Gustav Nieritz
Entstehung
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beiden täuſchen laſſen wird? Seien wir vielmehr ganz offen gegen einander. Sie wollten Ihr Geheimniß und Ihre Beute für ſich allein behalten und darum erſt mich und dann den Dritten aus dem Wege zu räumen. Ihre Ab⸗ ſicht gelang nur zur Hälfte und Sie erſcheinen jetzt, um die noch fehlende Hälfte zu ergänzen.“

„Welche Sprache!“ rief der Graf aus.„Nur im Hinblick auf Eure Körperleiden verzeihe ich Euch Eure Reden. Laßt mich mit Euch unter vier Augen ſprechen und ſofort werden alle Eure Bedenklichkeiten wie Reif an der Sonne ſchmelzen.“

„Halten Sie mich wirklich für ſo albern, daß ich auf Ihren Vorſchlag eingehen würde?“ erwiederte Roloff.

„Ich bin offenherziger und darum redlicher gegen Sie, Herr Graf, als Sie gegen mich. Sie haben mich zur Nothwehr gezwungen, die mich veranlaßte, einen zuver⸗ läſſigen Boten, jenen Fiſcher, abzuſenden, welcher ein verwaiſetes Aelternpaar erfreuen und mir eine Entſchä⸗ digung für mein zerſchmettertes Bein vermitteln ſollte. Sie haben dieſen Boten aufgefangen—“

„Still!“ gebot der Graf.„Ich geſtehe gern, daß Eure Vermuthung hinſichtlich des Fiſchers gegründet iſt. Bedenkt aber auch, daß Ihr bereits für Euer Wagſtück die verheißene Belohnung von mir erhalten hattet, ich da⸗ gegen noch gänzlich leer dabei ausgegangen war. Ich mußte die Entdeckung unſers Geheimniſſes ſo lange ver⸗ hindern, bis die für meine Abſichten günſtige Zeit einge⸗ treten war. Dies iſt nun geſchehen. Durch mich hat