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Der Prinzenraub : eine Jugend-Erzählung / von Gustav Nieritz
Entstehung
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theil gränzte, wo die in Gebrauch genommene Küche der Burgverwalterin im erſten Stockwerke befindlich war. Hier hob Krampus einige kurze Holzbohlen von dem ſtein⸗ getäfelten Boden auf und es ward eine Oeffnung ſichtbar, in welcher ſich eine ziemliche Menge von allerlei Unrath angehäuft vorfand. Während Krampus denſelben heraus⸗ zuſchaufeln begann, maß der zuſchauende Jonas mit ſei⸗ nen Augen ab, ob die Schleuſe weit genug ſei oder nicht, um ſeinen kleinen geſchmeidigen Körper durchkriechen zu laſſen.

„Ich verſuche es einmal,“ ſprach er zu Primſel, „wenn ich unbemerkt in das Waſchhaus ſchlüpfen kann.“

„Thu' es nicht!“ bat Primſel flehend.„Wenn du ſtecken bliebſt und nicht wieder herauskönnteſt!“

Auch Jonas durchſchauerte dieſer ſchreckvolle Gedanke und es verſtrich der ganze Aprilmonat, ohne daß er von jenem gefährlichen Verſuche geſprochen hätte.

Zuweilen ereignen ſich aber außergewöhnliche Bege⸗ benheiten, durch welche die Menſchen, ja ſelbſt Kinder, zu Handlungen veranlaßt werden, die ſie außerdem ſchwerlich unternommen haben würden. Eine ſolche Begebenheit trug ſich in den erſten Tagen des Maimonats zu, welche ſämmtliche Bewohner der Schornburg in die größte Auf⸗ regung verſetzte.

Krampus und Anke waren im Kahne ausgefahren, um die während des Winters verbrauchten Lebensbedürf⸗ niſſe durch geuen Ankauf wieder zu ergänzen. Als ſie am Abende heimkehrten und am Gitterthore Einlaß begehrten,

wieritz. Der Prinzenraub. 8