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Der Prinzenraub : eine Jugend-Erzählung / von Gustav Nieritz
Entstehung
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tern aufgefangen worden? Sich gegen jeden denkbaren Fall zu ſichern, verlegte er ſeinen bleibenden Aufenthalt in dasjenige Gemach, in welchem allein ſich die künſtliche Vorrichtung befand, durch die ſich das Gitter des einzi⸗ gen Landungsplatzes öffnen ließ.

Aber es ſchien die Befürchtung des Rendanten eine grundloſe und des Fiſchers längere Abweſenheit nur eine zufällige zu ſein. Denn es verſtrichen Wochen, ja ſogar Monate, der Winter, ohne daß ſich irgend etwas Ver⸗ dächtiges gezeigt hätte.

Währenddem ſchloß ſich der Freundſchaftsbund der beiden Knaben immer feſter. Da die Jugend auch ſelbſt die härteſten Schickſalsſchläge raſch zu überſtehen und zu vergeſſen pflegt, ſo gaben ſich Primſel und Jonas bald ihrem kindlichen Frohſinn hin, der ihnen den Aufenthalt in dem düſtern Burggebäude, die ſtrenge Aufſicht des Ren⸗ danten und des Burgverwalters, ſo wie die Unarten Ba⸗ bets leichter ertragen ließ. Babet wagte es jetzt nicht mehr ſo oft, Primſel zu quälen, der an Jonas einen handfeſten Beſchützer gewonnen und welcher bereits etliche Male das ungezogene Wädchen derb durchgebläuet hatte.

Roloffs Schenkelwunde war immer noch nicht völlig geheilt, vielmehr hatte es den Anſchein, als ob der Knv⸗ chenfraß ſein unaufhaltſam zerſtörendes Werk bei dem ver⸗ härteten Sünder beginne. Zwar vermochte ſich der Ren⸗ dant mit Hülfe zweier Krücken wieder fortzubewegen, al⸗ lein nichts deſtoweniger mochte die Schußwunde ſich nicht gänzlich ſchließen. Das eigene Weh machte den Rendant