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Der Prinzenraub : eine Jugend-Erzählung / von Gustav Nieritz
Entstehung
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lange, ſehr lange fallen muß, um unten auf den Grund und zur ewigen Ruhe zu kommen.

Nach dieſen Worten ſchwieg das Geſpräch wieder, aber zugleich war auch der Spuk verſchwunden, welcher des Fiſchers Kopf verwirrt hatte. Statt der geſpenſtiſchen Niren ſah er im Geiſte ſein Kind vor ſich auf dem Bin⸗ ſenlager ruhen, vernahm er deſſen ſchmeichelnde Stimme, die ihm munter einen guten Morgen wünſchte.

Und wirklich kam der Morgen über die Berge herauf⸗ gezogen und trieb vor ſich her die dunkeln Schatten der Nacht nebſt all' ihren unheimlichen Erſcheinungen. Wer aber war das Kind dort, welches wie ein Waarenballen, in einen weiten Mantel gewickelt, auf dem Schooß des Mannes lag?

Der Anblick der Schornburg unterbrach des Fiſchers Nachgrübeln. Wie ſeine Gefährten richtete Naumann ſein Auge auf das näher und näher kommende Eiland, auf welchem eine emporſteigende Rauchſäule das Vor⸗ handenſein einer Brandſtätte andeutete. Die eine Seite der Schornburg war auf einen hohen, ſenkrecht aus der See wachſenden Felſen erbaut, und gerade dieſer am höchſten hervorragende Burgtheil von dem zündenden Blitze getroffen worden. Die Flammen hatten daran und darinnen vernichtet, was nicht von Stein geweſen war. Daher fehlte das Dach mit ſeinem Sparrwerke, der ganze innere Ausbau, die Decken, Dielen, die Fenſterkreuze, und alles außerdem noch Zerſtörbare. Nur eine vom Rauch geſchwärzte Ruine mit ausgebrannten Fenſteröffnungen