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Rührig handhabte der Fiſcher das Ruder. Während aber ſeine Arme thätig ſich bewieſen, war es ſeine Einbildungs⸗ kraft nicht minder. Naumann mochte gar nicht auf ſeine Menſchenladung hinſchauen, daher er ſeinen Blick ſtarr auf den See gerichtet hielt. Da dünkte es ihn, als belebe ſich die ſchwarze Waſſertiefe mit geſpenſtiſchen Gebilden. Ihr Oberleib glich einem Menſchen mit leichenblaſſem Antlitze, rabenſchwarzen Haaren und glasgrün glänzenden Augen. Der Untertheil dagegen war gewunden, mit Schuppen bedeckt, und endigte in einem Fiſchſchwanze. „Gieb— gieb ihn uns!“ ſprachen ſie mit engbrüſtiger, heiſrer Stimme, indem ſie ihre langen, weißen Arme nach dem Nachen ausſtreckten.„Gieb ihn uns, damit wir dich rächen und dein Sohn zum Erbe gelange. Leicht kannſt du den Nachen umſtürzen machen und dann iſt er unſer, während wir dich wohlbehalten an's Ufer zurück geleiten. Gieb ihn uns— hörſt du? gieb, gieb ihn uns!“
Dem Fiſcher wurde von dem Hören und Sehen ſeiner Einbildungskraft der Kopf ganz wirblich. Mit vermehrter
Kraft, ja mit wachſendem Zorne ſchlug er das Ruder
in die Wogen, um die verlockenden Niren zu verjagen und zum Schweigen zu bringen. Er ſtrengte ſich ſo ſehr an, daß er ſchwitzte und der Nachen ungeſtüm zu ſchwan⸗ ken begann. Der letztere Umſtand ſteigerte ſeine Angſt und Werwirrung. Im Geiſte ſah er ſchon den Nachen umſtürzen, vernahm er das Frohlocken der Nire darüber. Hinweg vom Waſſer wandte er den Blick auf die Manns⸗ geſtalt, welche zwiſchen ihren beiden Begleitern ſaß und 25


