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Der Prinzenraub : eine Jugend-Erzählung / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Zweites Kapitel. Die teberfahrt.

Es war tiefe, ſtille Nacht. Es ſchlief das kleine Käfer⸗ lein und die luſtige Mücke unter einem kleinen Blatte, das ihnen ein rieſiges und undurchdringliches Dach zu ſein

3 ſchien. Das Schnäblein in die aufgebluſerte Bruſt geſenkt,

ſchlief das Vöglein auf dem Aſte, welchen vorhin der Sturm

wie eine Wiege geſchaukelt hatte, ohne das ſchwache Geſchöpf herabſchütteln zu können. Unter der Baumrinde ſchliefen zahlloſe, kleine Weſen und am Fuße des Stammes das ſcheue Reh, nachdem es von dem Rollen des Donners und dem Leuchten des Blitzes tödtlich erſchreckt und von

dem Regen durchnäßt worden war. Neben ihm, in einer

Handvoll Sand, ſchliefen Hunderte von Ameiſen, und tief unter ihnen Maus, Hamſter und Maulwurf. Selbſt die Bewohner des Sees, die Fiſche und Waſſerinſecten, ruhten unbeweglich auf dem Grunde. Der Wind hatte ſich müde geblaſen und ruhte nun ebenfalls. Die Blitze waren ſchlafen gegangen und die Wolken des Regnens über⸗ drüßig geworden. Auch ſie hatten ihre Ruheſtätte und das Weite geſucht. Dagegen wetteiferten die goldenen

on ihnen am ſchönſten funkeln und glänzen könne. Und über und unter ihnen breitete der Herr Himmels und der Erden ſeine Vaterhand ſchützend über ſeine ſchlummernden Geſchöpfe aus und wachte liebend an ihrem Lager.

6 Noch dunkelte es, als laut an die Thür der Fiſcher⸗

Sterne am freigewordenen Firmamente mit einander, wer