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Der Prinzenraub : eine Jugend-Erzählung / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Bewegung machen und ausfliegen, ſo nahm indeß ihr Mann willig ihre Stelle ein. Endlich krochen die jungen Reiher aus und wurden von ihren Aeltern zärtlich ver⸗ pflegt und gefüttert. Es traf ſich aber, daß der Reiher, indem er eifrig einem Fiſch nachtrachtete, mit zu großer Heftigkeit hinab in den See tauchte, ſo daß die Flügel naß wurden und er nicht wieder aufzufliegen vermochte. Da er nicht wie eine Ente, eine Gans oder ein Schwan ſchwimmen konnte, ſo mußte er ertrinken. Die Reiherin fand ihren Mann todt auf dem Waſſer treiben und erhob darüber ein großes Klagegeſchrei. Nun mußte ſie allein für den Unterhalt ihrer Jungen ſorgen, die immer grö⸗ ßer wurden und daher auch mehr Fiſche zu ihrer Sätti⸗ gung bedurften Als ſie eines Tages auf den Fiſchfang ausflog, erhielt ſie einen Schuß, der ihr den einen Flügel zerſchmetterte. Unter großem Weh ſchleppte ſie ſich bis zu der Ulme hin, in deren Gipfel ihre Jungen im Neſte auf die Rückkehr ihrer Mutter und auf Nahrung warteten. Aber ſo ſehr auch die arme Reiherin ihren unverletzten Flügel ſchwang und der grimmigen Schmerzen in dem zerſchoſſenen nicht achtete, ſo vermochte ſie doch nur wenige Ellen hoch ſich vom Erdboden zu erheben, auf den ſie nach zahlloſen Verſuchen immer wieder zurückfiel. Da ſtieß ſie einen lauten Wehruf aus, den oben die jungen Reiher vernahmen und mit einem gemeinſamen Schreie beantworteten. Die Armen! immer hungriger wurden ſie! Immer trockener ihre kleine, enge Kehle! Begehrlich ſperrten ſie ihre dünnen, aber langen Schnäblein