erhob ſich ein Tempel, deſſen Kuppel ſich bis an den täu⸗ ſchend gemalten Himmel des Gartens erſtreckte und auf acht weißmarmornen Säulen ruhete. In ihm ſtieg man auf graumarmornen Stufen bis zu einem Altar empor, welcher der Bildſäule der Kaiſerin zum Fußgeſtelle diente. Dieſe war mit dem kaiſerlichen Mantel bekleidet und ſchüttete aus
einem Füllhorne nicht etwa Blumen oder Früchte, ſondern
— ſehr trefflich bezeichnend— Goldſtücke und Ordenskrenze aus. Am Altar ſtand mit goldenen Buchſtaben geſchrie⸗ ben:„Der Landesmutter und meiner Wohlthäterin.“
Auch hier brannten bunte Lampen in Blumenformen, welche um die Säulen geſchlungene Guirlanden bildeten. Das große Gewölbe des Gartens wurde außer der ftützen⸗ den Kuppel des Tempels noch von ſechs Säulen getragen, denen man die Geſtalt ungeheurer Palmenbäume gegeben hatte.
Aus Lampen künſtlich dargeſtellte Früchte, wie Melo⸗ nen, Ananas, Weintrauben, Aepfel, Birnen u. ſ. w. leuch⸗ teten aus dem grünen Raſenteppiche und aus dem dichten Laubwerk zauberhaft hervor. Einen Arm der Newa hatte Potemkin in ſanften Windungen durch ſeinen Wintergarten leiten und ihm einen Waſſerfall abzwingen laſſen, der ſich in ein Marmorbecken hinabſtürzte.
Auf einem freien Platze vor dem fürſtlichen Palaſte hatte Potemkin für das Volk allerlei Beluſtigungen veran⸗ ſtaltet, bei welchen Kleider, Strümpfe, Hüte und andere Geſchenke, ja ſelbſt gekochte und ungekochte Speiſen, ſowie Getränke, dem Pöbel preisgegeben wurden.*
Sogar ein Theater hatte Potemkin in ſeinem Palaſte


