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Potemkin oder Herr und Leibeigener : eine Erzählung aus dem 18. Jahrhunder / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Reihen von Zimmern, die mit koſtbaren Tapeten, mit theuern Gemälden und Geräthen ausgeſtattet waren. Die Letzteren von zwei, ausſchließlich für die kaiſerliche Familie beſtimm⸗ ten Gemächern koſteten allein 46,000 Rubel. Mit noch größerer Pracht war der Wintergarten des Fürſten ge⸗ ſchmückt, in welchen man aus der großen Gallerie des Pa⸗ laſtes trat. Er war wenigſtens ſechsmal ſo groß als der berühmte kaiſerliche Wintergarten in der Eremitage und wie dieſer als ein engliſcher Park angelegt. Hier führte ein ſanfter Raſenabhang durch Gänge von blühenden Drangenbäumen. Dort ſah man Lauben, an deren Gitter⸗ werk Roſen und Jasmin ſich emporrankten, die den ange⸗ nehmſten Duft verbreiteten. In den Gebüſchen hingen Käfige mit Nachtigallen und anderen Singvögeln. In der Erde und in koſtbaren Gefäßen auf Fußgeſtellen von Marmor und Granit ſtanden die ſeltenſten Stauden und Gewächſe durch den ganzen Garten vertheilt. Alleen von ausländiſchen Bäumen waren ſo dicht verwachſen, daß man bei hellem Tage unter ihnen im Halbdunkel hinwandelte. Die Oefen, welche in dem dortigen Himmelsſtrich für einen Wintergarten in großer Anzahl erforderlich ſind, waren hinter Spiegeln von außerordentlichem Werth verborgen. In den Gängen des Gartens und auf kleinen, beraſten An⸗ höhen ſtanden auf bunt marmornen Fuſtgeſtellen ſchön ge⸗ arbeitete Vaſen und Bildſäulen aus weißem Marmor, die theils der kaiſerlichen Wohlthätigkeit Opfer darbrachten, theils Catharina's Bild bekränzten. Im Graſe erblickte man große gläſerne Kugeln mit Waſſer gefüllt, in welchen Gold⸗ und Silberfiſche ſich bewegten. Mitten im Garten