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Potemkin oder Herr und Leibeigener : eine Erzählung aus dem 18. Jahrhunder / von Gustav Nieritz
Entstehung
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allerlei Bedürfniſſen und Vorräthen reichlich zu verſehen. Zwei flinke, wohlgenährte Steppenpferde ſtanden bei dem Zelte angepflöckt und verzehrten ihr Abendfutter.

Des Vaters Hoffnung erfüllte ſich. Schon nach fünf durchfieberten Tagen und Nächten beſſerte es ſich mit der Kranken ſo weit, daß ſie am ſechſten Tagt vor dem Zelte in der wärmenden Morgenſonne ſich ſömmern konnte. Zwei Tage ſpäter gedachte Iffinitz mit den Seinen weiter zu reiſen. Thereſe hatte nicht lange dageſeſſen, als ſie einen Reiſewagen am Horizonte auftauchen und in grader Richtung auf das Zelt zuſteuern ſah. In einiger Entfernung folgte ein zwei⸗ tes Fuhrwerk mit Gepäck. Als Thereſe ihren Vetter Iffinitz von dieſer Erſcheinung benachrichtigte, legte derſelbe raſch ſeine Kirgiſenvermummung an, zäumte ſein Pferd und ſprengte mit der Pike in der Hand dem Wagen entgegen. Auf dem Bock neben dem Kutſcher ſaß ein Diener, welcher bei dem Nahen des vermummten Kirgiſen ein Doppelpiſtol hervorzog und ſchußfertig machte. Dieſe Bewegung bewog den Iffinitz, die Spitze ſeiner Pike der Erde zuzukehren, um ſeine fried⸗ liche Geſinnung hierdurch auszudrücken. In dem geräumigen Wagen ſelbſt befanden ſich zwei Herren, eine Dame und vier halbwüchſige Kinder, zwei Pärchen.

O weh! hörte Iffinitz den jüngern Herrn zu den Uebri⸗ gen ſprechens iſt ein Kirgiſe, der unſer Ruſſiſch ſchwer⸗ lich verſtehen und uns über den richtigen Weg Auskunft geben wird.

Kein Kirgiſe, mein gütiger Herr! jubelte Iffinitz, vom Pferde ſpringend.Euer alter Silberputzer, Nicolaus