„und gerichtet nach dem, was wir im Leben hier gethan haben, ob Gutes oder Böſes. Ach, ſeit langer Zeit habe ich nichts gethan, als getanzt, geſungen und geſprungen. Wenn ich deshalb nur nicht in die Hölle geworfen werde! Aber ich konnte ja nicht anders und würde geknutet worden ſein, wenn ich mich ernſtlich gegen das Tanzen widerſetzt hätte. Ach, wie gern hätte ich dagegen die Kühe gehütet und gemolken, gebuttert, Käſe bereitet, geſponnen und den Dreſchflegel geſchwungen!“
.„Und ich“— bekannte Alexei reuevoll—„habe auch nichts weiter bisher gethan, als ein wenig gepaukt und gepfif⸗ fen, was alles in die Luft verflogen iſt wie Dampf. Aber wenn wir beide in die Hölle kämen, wie ſollte es denn da mit Potemkin werden, der viele tauſendmal Schlimmeres gethan hat als wir?“
„Ja, das iſt wahr!“ ſprach Thereſe lebhaft.„Und wenn Potemkin, einen Rücken hätte ſo lang und breit als unſer heutiger Weg war, ſo hätten alle die Knutenhiebe nicht darauf Platz, die er hat Anderen ertheilen laſſen, und wenn er jeden Tag ein großesFaß voll weinen müßte, ſo hat er Anderen doch mehr Thränen noch ausgepreßt
„Ob ihm denn da nicht gewaltig angſt vor dem Sterben ſein mag?“ fragte Alexei.
„Ich glaube nicht“— erwiederte Thereſe—„die vor⸗ nehmen Leute leben in Saus und Braus, bis ſie der Tod ſchnell überraſcht, wo ſie dann erſt in der Hölle wieder er⸗ wachen und es zu ſpät zum Beſſerwerden iſt. Doch Alexei, mir wird das Sprechen ſauer. Siehſt du nicht ein wenig
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