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Potemkin oder Herr und Leibeigener : eine Erzählung aus dem 18. Jahrhunder / von Gustav Nieritz
Entstehung
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wandrer mit glühender Hitze überſchüttete. Nur ſelten, daß ſie auf einen Menſchen, auf eine weidende Heerde, auf ein ärmliches Dorf ſtießen, von deſſen Bewohnern ſie eine kleine Gabe an Eßmitteln erbaten oder gegen ein überflüſſiges Stück ihrer Kleidung eintauſchten.

Sechs Tage lang währte bereits Thereſens und Alexei's Reiſe und mehr und mehr nahm die Hoffnung ab, das ſo ungeheuer weit noch entfernte Wohngebiet der Kirgiſen zu erreichen und Alexei's Aeltern aufzufinden. Am Abende des ſechſten Wandertags, an welchem die beiden Reiſenden großen Mangel an Nahrung hatten leiden müſſen, ſank Thereſe, bis auf den Tod ermattet, neben einem Wacholderſtrauch darnieder.

Ich kann nicht mehr! ſeufzte ſie und ſchloß ihre tief eingeſunkenen Augen.

Rathlos ſtand Alexei neben ihr, mit gefalteten Händen und bekümmerter Miene ſie anblickend.

Was ſoll denn mit uns werden? fragte er troſtlos.

Ich ſterbe verſetzte Thereſeund wenn ich todt bin, ſo gräbſt du mir ein Grab und läſſeſt mich nicht von den Wölfen auffreſſen oder wie ein Aas verweſen. Verſprich mir das, mein armer Junge, und ich werde unſern Herrgott für deine Errettung anflehen.

Wenn du ſtirbſt, Thereſe entgegnete Alexeiſo ſterbe ich mit. Wie könnt' ich ohne dich mich weiter finden? Ach, wenn ich nur wüßte, ob ich eben ſo leicht ſterben würde, wie damals, als ich ſchon wie ein Eiszapfen gefroren war, und ob man nachher todt bleibt oder nicht.

Wir werden wieder lebendig erwiederte Thereſe