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Potemkin oder Herr und Leibeigener : eine Erzählung aus dem 18. Jahrhunder / von Gustav Nieritz
Entstehung
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Verfolger kamen ihnen nicht zu nahe, aber eben ſo wenig menſchliche Wohnungen. Es ward Abend und daher kühl. Thereſe in ihrer leichten Tänzerkleidung blieb jetzt nur noch durch raſches Vorwärtsſchreiten erwärmt, das aber bald ein⸗ geſtellt werden mußte, weil beide Wanderer ihre Füße vor Ermüdung kaum noch fühlten. Nachdem die Jungfrau ver⸗ geblich nach einem paſſenden Unterkommen für die Nacht ſich umgeſchaut hatte, ſetzte ſie ſich auf den beraſeten Erdboden nieder und veranlaßte ihren Begleiter, daſſelbe zu thun. Auch jetzt verlor ſie, obgleich vom Froſt geſchüttelt, ihren Muth eben ſo wenig wie ihre Laune zum Scherzen.

Es iſt lange nicht ſo kalt hob Thereſe anwie im Januar, als du, an den Baum gelehnt, ſchon wie ein Eiszapfen ſteif gefroren warſt. Duweißt alſo ſchon, wie es thut, wenn man erfriert. Hatteſt du großes Weh oder viele Angſt auszuſtehen, ehe du bewußtlos wurdeſt?

Gar nicht antwortete Alexeiich war ſehr müde und darum ſchläferig geworden. Ich ſchlief recht ſüß und nur zuletzt fühlte ich am Herzen eine große Kälte.

Vor dem Erfrieren würde ich mich nicht groß fürchten fuhr Thereſe fortaber lieb wäre mir's nicht, wenn wir morgen früh erwachten und befänden uns verſpeiſet in dem Magen von Wölfen, ha! ha! ha!

Wie kannſt du noch lachen? fragte Alexei, vor Grau⸗ ſen ſich ſchüttelnd.An die Wölfe habe ich jetzt noch gar nicht gedacht Vor dem Feuer ſollen ſie ſich fürchten. Ach, wenn ich doch ein Feuerzeug zu mir geſteckt hätte!

Das habe ich aus Vorſicht gethan erwiederte Thereſe, aus ihrer Taſche Stahl, Feuerſtein und Zündſchwamm her⸗

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