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Potemkin oder Herr und Leibeigener : eine Erzählung aus dem 18. Jahrhunder / von Gustav Nieritz
Entstehung
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erwiederte ein älterer Landmann—„um ungezüchtigt aus⸗ zureißen.“

„Die fünfundzwanzig Rubel hätte ich gern erſt verdient, damit ich doch nicht mit ganz leeren Händen für die lange Plackerei heimgekehrt wäre“— ſprach ein Dritter.

„So glaubſt du“— rief der Erſte—„daß die Mosko⸗ witer ihr Wort gehalten haben würden? Fauſtſchläge, Fuß⸗ tritte und Knutenhiebe anſtatt Rubel hätteſt du für das Ein⸗ haſchen der Flüchtlinge erhalten.“

„Darin ſpricht Mohilew die Wahrheit“— ſagte ein Vierter.„Traue nur Einer anf der Moskowiter Ver⸗ ſprechen!“

Unter ähnlichen Reden wanderte der Trupp vorüber und leichter athmeten die Flüchtlinge auf. Nachdem ihnen die heimkehrenden Landleute aus dem Geſichte entſchwunden waren, richteten ſich Thereſe und Alexei wieder auf und ſetzten langſamer ihren Weg fort.

„Wo ſind denn nunmehr meine Aeltern?“ fragte Alexei, auf das vorige, unterbrochene Erzählen Thereſens zurück⸗ kommend.

„Nachdem ſie“— verſetzte Thereſe—„ohne ſich dir erkennen geben zu dürfen, von dir geſchieden waren und mir die fernere Sorge für dein Wohl und Leben auf die Seele gebunden hatten, kehrten ſie zu den Kirgiſen zurück, bei denen ſie zwar das einfachſte Leben von der Welt führen, jedoch vor allen Nachſtellungen geſichert ſind. Ach, wohl uns, wenn uns ein gleiches Glück zu Theil würde! Mich ekelt's an, länger unter betrügeriſchen, einander anfeindenden und nur nach Geld und Gunſt der Mächtigen jagenden Menſchen