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Potemkin oder Herr und Leibeigener : eine Erzählung aus dem 18. Jahrhunder / von Gustav Nieritz
Entstehung
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giſen beſchloſſen, eine Geſandtſchaft an die nahanrien* reiſende Czarin zu ſenden, erwählten ſie deinen Vater zur Begleitung und zum Dolmetſcher, der Czarin gegenüber. Dieſe Gelegenheit, Nachrichten über ſeine Kinder vorigen Herrn, den Juwelier, einziehen zu können, kam deinem Vater ſehr erwünſcht, und er nahm daher mit Freu⸗ den das ihm angebotene Dolmetſcheramt bei der Ge⸗ ſandtſchaft an. Er glaubte dabei um ſo weniger gefährdet zu ſein, als die Mitglieder einer Geſandtſchaft ſchon an ſich unantaſtbar ſind und kein Menſch in einem ſchon durch ſeine Kleidung unkenntlichen Kirgiſen einen nach Sibirien ver⸗ bannten Ruſſen vermuthen würde. Die Geſandtſchaft ge⸗ ſtattete es ſehr gern, daß deine Mutter ſie begleitete, welche die Liebe zu ihren Kindern und der Wunſch, etwas von Jwan's Schickſale zu erfahren, ebenſo mächtig erfüllte als deinen Vater. Deſſen freudige Beſtürzung wirſt du be⸗ greifen, als er unvermuthet Augenzeuge von eurer brüder⸗ lichen Wiedervereinigung in Kiew ward. Die Macht der Vaterliebe ließ ihn ſeine jetzige Rolle wie jede Gefährdung ſeiner ſelbſt vergeſſen, ſo daß er ſein Pferd anhielt, hinter ſeinen Begleitern zurückblieb und nur Augen für euch hatte. Da gab ihm euer Ruf: Vater! Vater! die Beſinnung zurück. Ein Blick um ſich ſagte ihm, daß die Augen mehrer Zu⸗ ſchauer forſchend und argwöhniſch auf ihm hafteten, daher er eilig der Geſandtſchaft nachſprengte und auf der Rückkehr ſein Antlitz unter der tief heruntergezogenen Filzmütze ver⸗ barg. Die Vorſicht rieth ihm, und zwar zu ſeinem großen Glücke, die erſt von ihm beabſichtigte Unterredung, ſo wie iedes weitett Zuſunineineſen mit euch, zu unterlaſſen, auch