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Potemkin oder Herr und Leibeigener : eine Erzählung aus dem 18. Jahrhunder / von Gustav Nieritz
Entstehung
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420 mit Lobeserhebungen und neuen Gunſtbezeugungen über⸗ ſchüttete! Arme Unterthanen, mit deren ſaurem Schweiß ein habſüchtiger Günſtling ein ſo ſchnödes Spiel trieb!

Zwölftes Rapitel. Die Flucht.

Der Verabredung gemäß verfolgten Thereſe und Alexei nur im Anfange ihrer Flucht entgegengeſetzte Richtungen. Nachdem ſie ihre Verfolger ein großes Stück hinter ſich ſahen, näherten ſie ſich laufend einander und vereinigten ſich bald wieder. Gemeinſchaftlich ſetzten ſie nun ihren Lauf fort, bis ſie endlich der Mangel an Athem nöthigte, einen raſchen Schritt anzunehmen. Eine Weile gingen ſie ſtumm neben einander her, von Zeit zu Zeit einen beſorgten und forſchenden Blick zurückwerfend. Endlich hob Alexei an: „Das war eine Jagd, Thereſe! Saheſt du, wie ſelbſt der wohlbeleibte Lubetzkoi uns verfolgte, aber gar bald davon wieder abſtehen mußte?“

„Er dauert mich eigentlich“— verſetzte Thereſe „denn er war unter Potemkins Beamten und Dienern immer noch einer der gütigſten. Es ſollte mich dauern, wenn er wegen uns in große Ungelegenheit kommen ſollte. Aber, wie ich jetzt ſehe, trägſt du deine Flöte noch in der Hand. An deiner Stelle hätte ich ſie, um beſſer laufen zu können, weggeworfen.“

„O nein!“ verſetzte Alexei.—„Es war im Gegentheil,

„