nung geſtellte Reihe bewaffneter Kriegsſchiffe. Rauſchend, die vor dem Kiel weiß aufſchäumenden Wogen in magiſchem Lichte flimmernd, naht ſich unter dem betäubenden Hurrah⸗ geſchrei der Matroſen und Seeſoldaten unter den ſchallenden Muſikklängen, unter tauſendfachem, die Lüfte und die Erde erbeben machenden Geſchützdonner, eine Reihe Schiffe nach der andern, ſo daß endlich der weite Hafen ſie kaum zu faſſen vermag. Welch' ein bewundernswerthes, entzückendes, die Kraft und Erfindungsgabe des menſchlichen Verſtandes bezeugendes Schauſpiel!
Das vom Schauen trunkene und müde Auge thränt zuletzt unter dem Flimmern der hunderttauſend Lichtpunkte; das Ohr wird betäubt und hört faſt nicht mehr durch den unaufhörlich rollenden Geſchützdonner und der Laie bekommt eine Vorſtellung von den Schreckniſſen einer wirklichen See⸗ ſchlacht.
Wie? wäre auch hier abermals eine Täuſchung mög⸗ lich geweſen? Das Ganze nur der Schlußſtein von Potem⸗ kins Spiegelfechtereien? Ei ja wohl! Potemkin war zwar Großadmiral, allein ohne Flotte, deren erhaltene An⸗ ſchaffungskoſten er abermals in ſeine bodenloſe Taſche geſteckt hatte. Sämmtliche Kriegsſchiffe, welche er den beiden Majeſtäten vorführen ließ, beſtanden aus erborgten Kauf⸗ fahrteiſchiffen und alten Barken, die man aus allen Häfen und Gegenden zuſammengetrieben und durch Farbe, Putz und Geſchütze in ſcheinbare Krigsfahrzeuge umgewandelt hatte.„
Arme, getäuſchte Landesmutter, die den trüglichen Schein für Wahrheit hielt und deshalb den großen Betrüger


