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das Anſehen eines großen Handelsplatzes, aber jene waren, zur Täuſchung der Kaiſerin, bloß erborgte, aus Moskau und Warſchau herbeigeführte, um deren Rückgabe an ihre rich⸗ tigen Beſitzer nach der Kaiſerin Abreiſe kein Menſch ſich kümmerte. Sechs Tage nur dauerte der Aufenthalt der beiden Monarchen in Cherſon und kaum zweimal hatte Catharina auf dem eigens für ſie hier bereiteten Throne ge⸗ ſeſſen, deſſen Herſtellung die Summe von 14,000 Rubeln verſchlungen hatte, während man die Koſten der ganzen Krimreiſe zu 7 Millionen anſchlägt. Ein theurer Sitz! nicht ſo meine jungen Leſer? Mancher Ritterguts- und mancher Wittwenſitz koſtet nicht ſo viel.
Von Cherſon ging es nach dem in unſrer Neuzeit ſo traurig berühmt gewordenen Sebaſtopol. Hier hatte Po⸗ temkin den Schlußpunkt ſeiner theatraliſchen Vorſtellungen und Gaukeleien zubereitet und für die Kaiſerin einen hölzer⸗ nen, aber weitläufigen Palaſt am Meerufer errichten laſſen, von welchem aus man der herrlichſten Ausſicht auf den Hafen genoß. Gleich nach der Ankunft der beiden Monarchen wurde ein großartiges Feuerwerk abgebrannt, nach deſſen Beendigung eine ganze, zahlreiche Kriegsflotte in der bezau⸗ berndſten Erleuchtung erſchien.
Man denke ſich das weite Hafenbecken, zu beiden Seiten und im Centrum von bald ſanft, bald ſteil ſich erhebenden und mit feſten Kaſtellen gekrönten Anhöhen umgeben. Durch die nach dem Meere zu geöffnete Seite naht ſich, vom bunt bemalten Schiffsrumpf bis zu den ſchlanken Spieren und den äußerſten Maſtſpitzen hinauf, mit farbigen Lampen und Laternen überſchüttet, in gerader Linie, eine in Schlachtord⸗


