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„Mein Weib Annexia hat ſich einen Kropf getragen“— antwortete der Bauer—„den ſie bei ihrem Sonntagsputze gern verbergen möchte. Deshalb ſoll ich ihr etliche Henkel⸗ ducaten kaufen, die ſie an einem Bändchen um den Hals tragen will. Ihr den Willen zu thun, habe ich ein großes Fuder mit Getreide herein zu Markte gebracht und in's Geld umgeſetzt. Ihr wißt ja, wenn man den Kindern den Willen thut, weinen ſie nicht.“
Der Landmann bezahlte für die Henkelducaten ſein gan⸗ zes Geld, welches er für das Getreide gelöſt hatte. Dabei ſagte er lachend:„Seht Meiſter, für dieſe wenigen Gold⸗ pfennige habe ich viele, viele Aehren ſchneiden, ausdreſchen und von der Spreu reinigen müſſen. Doch was ſeh ich? Iſt das nicht mein ehemaliger Nachbar, Nicolaus Iffinitz, der in Euern Laden eben eintritt? Ha, willſt du etwa auch deinem Weibe Henkelducaten anſchaffen? Dazu möchte dein Herr Potemkin dich ſchwerlich uj laſſen.“
„Ihr kennt einander?“ fragte Bergmann den Bauer. „Ei ja wohl!“— verſetzte dieſer.—„Wir bewohnten zu⸗ ſammen daſſelbe Gut. Mich und noch neunundvierzig meiner Nachbarn verkaufte Potemkin gegen einen Jagdhund und das war unſer Glück, indem unſer neuer Herr weit gütiger iſt als—“ Hier unterbrach die Stimme einer Magd, welche aus der raſch geöffneten Hinterthüre des Kaufladens angſt⸗ voll herein rief:„Der Fürſt hält vor dem Hauſe! Er wird in das Gewölbe kommen!“— den Landmann. Dieſer raffte erſchrocken ſeine Dacaten zuſammen und entfloh durch die Hinterthüre. Der Juwelier, bleich wie der Tod und mit zitternden Händen, ſchob dem Nicolaus einen zierlichen


